Fast 5000 Kilometer zu Fuß durch Europa - Danny Fränkel aus Langgrün war 2009 fast acht Monate unterwegs

von Roland Barwinsky


Langgrün/Gefell. Von Wetzlar über die Beneluxstaaten, weiter nach England, Schottland, Irland, Frankreich und letztendlich wieder zurück nach Deutschland: Das waren einige Stationen der fast 5000 Kilometer langen Route, die der 23jährige Danny Fränkel aus Langgrün bei Gefell im Jahr 2009 größtenteils zu Fuß zurücklegte. Rund 20 Kilometer schaffte er durchschnittlich pro Tag. Zwischendurch wurden von ihm immer wieder kleiner Erholungspausen eingelegt, um auftauchende fantastische Landschaften zu bestaunen und interessante Motive umgehend zu fotografieren. Unterhalten hat sich der Individualtourist mit den Menschen unterwegs zumeist in Englisch. Diese ungewöhnliche Aktion dauerte fast acht Monate. Genau am Heiligabend des letzten Jahres landete der Ausflügler dann wieder in seinem ostthüringischen Heimatort. Unter den Gabentisch fand seine Familie größere Mengen an Chilischoten und Wildpflanzen.
"Mit dieser Reise setzte ich den Wunsch, mich dem hiesigen Alltagsstress und den damit zusammenhängenden Geld- und Zeitdruck praktisch zu entziehen, um", so der gelernte Holzmechaniker. Mithilfe von Wanderkarten ging es zumeist auf den dort markierten Wegen entlang. Im Sommer waren die nördlich gelegenen Länder dran. Als es kälter wurde, orientierte sich Fränkel mehr in Richtung Süden. Ess-Schale, Zelt, Ruck- und Schlafsack gehörten u.a. zu seinem 25 Kilogramm schweren Reisegepäck. Und natürlich auch handliche Solartechnik, um die AAA-Akkus aufzuladen und das Ganze auch mit Bildern zu dokumentieren. Wirklich unentbehrlich sei ihm aber ein selbstgefertigter "Überlebensgürtel" mit Medikamenten, Nähzeug und einem Messer gewesen, heißt es weiter. Dazu zählte noch der drei Liter fassende Wassersack für Trinkwasser - welches oft aus bächen und Quellen entnommen werden konnte. Neben großen Städten wie Brüssel, Amsterdam, Den Haag, Glasgow oder Dublin, wanderte der Ostthüringer aber vor allem durch eher ländliche Regionen.
"Da kann man noch richtige Schönheiten wie in Schottland den Loch Lomond sowie den West-Highland-Way entdecken. Beeindruckend sind auch die Pryrenäen in Frankreich", schwärmt der bekennende Naturliebhaber. Vereinzelt erhielt der Wanderer zwischendurch auch Einladungen wie in Frankreich die von einem 72jährigen Jazzmusiker. Mit personengebundenen Improvisationsgeist reparierte er außerdem alles selbst, was an der Ausrüstung unterwegs kaputt ging. Selbst das in Mitleidenschaft gezogene Schuhwerk konnte so mit einem achtlos beiseite geworfenen Gummi-Rohr ausgebessert werden. Sein mitgenommenes Wildpflanzenbuch lieferte zudem wertvolle Tipps für die tägliche Nahrungssuche. Neben Brot sowie Haferflocken, die es in Kaufhallen gab, setzte der jugendliche Abenteurer nähmlich oft auf am Wegesrand wachsende Brennnesseln, Vogelmiere bzw. Knoblauch-Rauke. Zugute kam ihm außerdem, dass er während der ganzen Zeit kaum ernsthaft krank wurde. Im Gegenteil: Eine durch seine vorheriges hektisches Arbeitsleben hervorgerufene Gastritis ging gut zurück, resümierte der Langgrüner. Zuhause bastelt er derweil schon an neuen Vorhaben. Seine nächste Tour, die natürlich wieder per Fuß gemacht werden soll, wird ihn vielleicht durch Südeuropa tragen. Und der Osten des Kontinents sei auch noch dran, so de abenteuerlustige Mann.
Weitere Infos unter www.wanderfalke.eu

20. Mai 2010