Danny Fränkel auf Europatour

Junger Mann aus Langgrün lässt für ein dreiviertel Jahr alle Konventionen hinter sich

Von Simone Zeh

Sich einmal aus dem ganz normalen Leben ausklinken, alle Konventionen hinter sich lassen, das will Danny Fränkel aus Langgrün. Am Sonntag soll es schon losgehen. Von der Mitte Deutschlands aus, in der Nähe von Frankfurt/Main startet der 22-Jährige, der einige Zeit auch in Schleiz lebte, zu seiner Trekking-Tour. Wandern, Trampen und ein wenige Bahn fahren, so hat der junge Mann seine Reise - für die er auch noch zeitweise Mitstreiter sucht - geplant.
Die Tour, die Danny Fränkel per Pedes vorhat, soll nicht etwa die Straßen entlang durch Städte führen, sondern vor allem an Gewässern entlang. Lahn, Mosel und ander Flüsse, deren Schluchtbächen man auch Trinkwasser entnehmen kann. Dann soll die Reise in Richtung Luxemburg, über die Beneluxstaaten, weiter nach Großbritannien (mit der Fähre wahrscheinlich) nach Irland und in Frankreich bis zum Jakobsweg führen. Etwa ein dreiviertel Jahr soll seine Europa-Tour dauern, sagt Danny Fränkel.
Was kommt als Ausrüstung mit? Ein Rucksack mit Schlafsack, Decken, Kleidung, ein mechanischer Wasserfilter, Kochgeschirr, ein Solarpanel (Platine zum Aufladen von Strom), Waschzeug, Stirnlampe, Haferflocken, Reis, Nudeln und - ganz wichtig - ein Survival-Buch. Denn der junge Mann will lernen, in der Natur zu überleben. Ein Handy und etwas Geld seien eher zur Vorsorge, bzw. als Reserve gedacht. Etwas über 20 Kilogramm wird der Rucksack dann wiegen. Immerhin hat er sich aber auch ein Online-Konto und eine Kreditkarte zugelegt, mit der er im Notfall weltweit kostenlos Geld an jedem Visa-Automaten abholen kann.
Warum will ein junger Mann ausbrechen aus seinem bisherigen Leben? "Ich bin ein Umweltfanatiker", sagt Danny Fränkel, der derzeit arbeitslos ist und sich von der Arbeitsagentur pflichtgemäß abgemeldet hat. "Die Idee hatte ich bereits zur Schulzeit." Und da jetzt alle Grenzen innerhalb der EU offen sind, es friedlich zugehe, sei das Vorhaben auch möglich. Ganz persönlich sei ihm wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass der Mensch verstärkt nich für, sondern gegen die Natur arbeitet. Er wolle zeigen, dass es auch funktioniere, mit der Natur zu (über)leben, ohne viel Geld. Danny Fränkel aber nennt noch einen weiteren Grund für seine Tour, die raus aus dem normalen Leben führt: Holzmechaniker habe er gelernt, durch die Industriearbeit habe er sich eine Krankheit zugezogen, eine Gastritis, Magenschleimhautemntzündung.
Durch den Stress, aber auch durch die Nahrung, die oftmals Konservierungsstoffe enthalte, sei es dazu gekommen, meint Fränkel. Deshalb wolle er sich bewusst auf die Natur einlassen, sich aus ihr ernähren, sich von allen Normen lossagen. Dass sich die Gesellschaft ändern wird, daran glaube er nicht, sagte der junge Mann; die Menschen wollen nicht auf ihre oftmals bequemen Gewohnheiten verzichten. Ja, etwas Resignation sei auch schon bei seinem Plan dabei, bestätigt Danny Fränkel. Aber auch wenn er glaube, dass der Klimawandel kommt, so der 22-Jährige, wolle er die Menschen darauf aufmerksam machen: Dass gerade jetzt, wo die Wirtschaftskrise herrsche, es ein geeigneter Zeitpunkt für eine Veränderung in der schnelllebigen Zeit ist, die vom Kapitalismus geprägt sei.
Seine Familie und Freunde wissen von seinem Vorhaben, akzepieren und unterstützen ihn auch, sagt der junge Mann. Zwei Begleiter für vier Wochen, beide aus Langenorla, hat der junge Mann schon. Weitere Gleichgesinnte wären willkommen (Handy-Kontakt: 0151/24294724). Außerdem will Danny Fränkel ein Internet-Tagebuch schreiben, das heißt, er sendet seine niedergeschriebenen Erlebnisse per Post an seine Familie, und letztere geben seine Pläne, Ziele, Erfahrungen und Gründe auf seine Homepage --www.wandefalke.eu-- ein, auf welche sich bereits jetzt ein Blick lohnt.

24. April 2009