Thüringer startet 2. Extremwandertour

24-Jähriger aus Langgrün bei Gefell will von Portugal über Italien nach Südost-Europa laufen


Von Roland Barwinsky

LANGGRÜN. "Am 19. Februar setze ich mich in Bad Lobenstein in den Zug und fahre von dort aus nach Portugal", erzählt Danny Fränkel aus Langgrün bei Gefell. Dort beginnt dann seine neue Extremtour zu Fuss durch Süd- und Südost-Europa. "Zunächst lasse ich mich auf Jakobswegen durch Spanien, Südfrankreich und Italien", blickt der Abenteurer bereits voraus. Eventuell mit der Fähre geht es weiter bis nach Griechenland. Dann erwarte ihn aber das eigentliche Abenteuer, heisst es. Er will dann durch Albanien laufen. Einst das absurdeste kommunistische Land des Ostblocks und noch impmer für viele ein eher undbekanntes Gebiet. Bulgarien, sowie mehrere Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens stehen anschliessend auf seinem Reiseplan.
In seinem 25-Kilo-Rucksack hat er längst alle Utensilien verstaut, die nach seiner Meinung unterwegs erforderlich sind. Neben Schlafsack, Zelt, Nahrung und Schreibmaterial gehöre dazu unbedingt ein inhaltergiebiges Pflanzenbestimmungsbuch. "Teilweise werde ich mich unterwegs mit oftmals unmittelbar am Wegesrand vorkommenden essbaren Naturpflanzen ernähren", so Fränkel. Leider sei das Wissen über diese nützlichen Naturgewächse in der modernen Zeit vielfach verloren gegangen, erklärt der 24-Jährige. Ihm aber bieten seine eigenen erworbenen Speialkenntnisse über Pflanzen und Bäume die Möglichkeit relativ kostengünstig zu reisen. "Auf jeden Fall dauert dieser Trip länger als mein Idividual6Ausflug im Jahr 2009", schmunzelt der unternehmenslustige Mann aus dem ostthüringischen Dorf im südlichen Saale-Orla-Kreis. Schon damals war er monatelang unterwegs.
Seinerzeit zog er über 4000 Kilometer durch Westeuropa und besiegte beim beharrlichen "Vorwärtsgehen" nicht nur sein hektisches Vorleben, sondern auch ein scheinbar hartnäckiges Magengeschwür. "Für mich waren diese Erlebnisse zugleich der persönliche Einstieg in den Ausstieg aus dieser Konsumgesellschaft mit ihren ganzen Zwängen", ist sich Fränkel sicher. Die damit verbundenen Strapazen nahm er nach eigenen Aussagen gern in Kauf und lernte sich vor knapp 2 Jahren zuglkeich von einer ganz anderen Seite kennen. Unterwegs entzückten den Extremwanderer viele für ihn neue Kulturgesellschqften sowie nette Menschen, mit denen er gern das Gespräch suchte. Geblieben sind von alledem vor allem tief im Gedächtnis verwurzelte Eindrücke. Neben einem völlig anderen Zugang zur Natur, begeisterten ihn immer wieder permanente Situationswechsel. "Da waren teilweise schon extreme Augenblicke dabei", resümierte Fränkel. "Ich musste schnell sowie ganz alleine wichtige Entscheidungen treffen, um das eigene Fortkommen unter teilweise widrigen Verhältnissen zu gewährleisten", erinnert er sich. Die dabei gewonnenen Erfahrungen spornten den Reisenden immer wieder an nicht aufzugeben. Einfach so, weil ihn das Ganze auch an die Grenzen der persönlichen Belastbarkeit führte.
Der neue Extremausflug soll mindestens über ein gutes Jahr dauern, sagt er. Zuvor eignete sich Danny Fränkel durch intensive Recherchen vor allem Detailwissen über die von ihm demnächst angesteuerten Länder sowie Lanschaften an. Verbessert hat er für diese Trekkingabenteuer ausserdem seine personengebunde Ausrüstung.
16. Februar 2011