Langgruener Europawanderer puenktlich zum Geburtstag in Rom
Pünktlich zu seinem Geburtstag am 6. Januar erreichte Europawanderer Danny Fränkel aus Langgrün bei Gefell die Metropole Rom. "Da es ein sonniger Tag war, nutzte ich ihn und drängte mich durch das Touristengetümmel zu den historischen Prunkwerken wie dem Kolloseum sowie alten Ausgrabungsstätten", erzählt der Abenteurer.
Rom/Langgrün. Abends nahm ihn dann ein Kloster auf. Dort wurde sein leicht kränkelnder linker Fuß erst einmal rituell geweiht. Und es gab außerdem zu seinem Wiegenfest ein extra großes Abendbrot.
Kurz danach besorgte sich der Ostthüringer seine Pilgerurkunde und machte sich weiter auf den Weg nach Brindisi. "Von dort bringt mich eine Fähre nach Albanien", frohlockte Fränkel bereits. Weihnachten wurde der Reisende übrigens in Siena eingeladen und den Jahreswechsel erlebte der junge Mann ebenfalls in einem Kloster.
Seit Februar des vergangenen Jahres legte der 25-jährige Danny Fränkel bislang rund 4800 Kilometer zu Fuß zurück. Begonnen hatte der Extremsportler diese Tour mit einem Zug. Von Bad Lobenstein fuhr er zunächst bis nach Portugal. In der Gegenrichtung des bekannten Jacobswegs lief der Wanderer anschließend durch Spanien. Besonders angetan war der Wanderer anfangs von den Pyrenäen und den reizvollen Landschaften. Danach zog es ihn weiter bis in das Zentralmassiv Südfrankreichs, wo es neben viel Hitze auch genügend Obst am Wegesrand gab.
Zusammen mit einigen ihm sehr vertrauten Arten von Wildpflanzen, konnte sich der Individual-Tourist somit ganz gut ernähren. Begegnungen gab es unterwegs zudem mit einigen Einheimischen, die ihn manchmal sogar einluden. "Aber zumeist blieben die Franzosen mir gegenüber recht reserviert", resümiert der Naturliebhaber.
Anfang August 2011 bereiste er Genf und sah wenig später den Mont Blanc erstmals aus der Ferne. Später gelang es ihm, diesen höchsten Berg Europas nach einem "reinigenden Gewitter" wunderbar zu fotografieren. Entlang des Pilgerpfades "Via Jacobi" führte seine Strecke weiter bis nach Lausanne. Anschließend folgte der Deutsche dem "Via Francigena" und stellte die persönliche Ernährung auf Weintrauben um. Die gab es in diesem Landstrich einfach in Hülle und Fülle.
Im Frühherbst erreichte Danny Fränkel die Apenninen, wo es zum Glück kühler sowie windiger wurde. Durch die Bekanntschaft mit wandernden Italienern lernte Danny Fränkel erneut die Vorzüge von Esskastanien kennen und durfte zudem kostenlos in einigen Hostels übernachten.
Trotz vieler Entbehrungen ist sich der Thüringer sicher, genau das Richtige getan zu haben. Denn durch diese Extremtour sieht der junge Aussteiger fortan viele Teile Europas aus anderen Blickwinkeln. Schluss sei deshalb noch lange nicht. "Jetzt warten auf mich bereits andere Herausforderungen. Neben Albanien stehen noch Griechenland, Mazedonien, Serbien und auch Kroatien auf meiner Liste", blickt Danny Fränkel voraus.
(Roland Barwinsky)
16. Januar 2012